The Metal Observer - Everything in Metal!

Band-Archiv: Metalheads online.  
# | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z Nach Land | Nach Stil | Nach Reviewer






Bandhistory folgt.

Weitere Reviews
Aktuelle Updates
Artikel drucken
Bewertungserklärung

66 tablaturen für Immortal


Immortal - Diabolical Fullmoon Mysticism (7/10) - Norwegen - 1992

Genre: Black Metal
Label: Osmose Productions
Spielzeit: 34:59
Band homepage: Immortal

Tracklist:

  1. Intro
  2. The Call Of The Wintermoon
  3. Unholy Forces Of Evil
  4. Cryptic Winterstorms
  5. The Cold Winds Of Funeral Dust
  6. Blacker Than Darkness
  7. A Perfect Vision Of The Rising Northland
Immortal - Diabolical Fullmoon Mysticism

Eines der ersten wirklich “kultigen” norwegischen Black-Metal-Alben, steht “Diabolical Fullmoon Mysticism”, wenngleich nicht das großartigste Juwel in IMMORTAL’s Diskografie, fest als eines der Werke, welche die dunkle und sinistre Atmosphäre, die dieses Genre in seinen Anfängen hatte, besser einfangen. Unglaublich schlecht produziert, mit einem Abbath, der mit einer dämonischen, rasiermesserartigen Stimme singt, und mit gefrierenden Riffs, die euch direkt in den nordischen Winter versetzen werden, ist dieses Album ein Meilenstein für all die angeschwärzten Horden, die immer noch im Underground umherkriechen, nostalgisch klagen und ihre Pseudo-Existenzen dieser grimmigen und wunderschönen Lebenseinstellung gegenüber widmen.

 

Wie die meisten der frühen Black-Metal-Veröffentlichungen ist diese hier stark von BATHORY beeinflusst. Ich habe sogar eine Menge Kommentare gehört, dass dieses Album ein Plagiat von „Under The Sign Of The Black Mark“ sei. Ich selbst würde nicht so weit gehen, da IMMORTAL wirklich eine eigene Identität erschaffen, aber wenn ihr eine Vorstellung davon haben wollt, worum es hier geht, könnte es sicherlich hilfreich sein, sich BATHORY’s Meisterwerk anzuhören, besonders wenn ihr langsamere Parts und noch mehr Atmosphäre hinzufügt. Aber es ist wichtig anzumerken, dass alle Thrash-Überbleibsel in „Diabolical Fullmoon Mysticism“ verschwunden sind und die verfolgende Essenz des reinen, rauen Black Metal hier gehört, gefühlt und gerochen werden kann, vielleicht sogar zum ersten Mal in ihrer ganzen Bedeutung.

 

Welches sind die Elemente, die DFM zu einem interessanten Album machen? Im Grunde sein verzweifeltes, verhängnisvolles und nihilistisches Feeling, die Vision einer Band, die zeigt, wie genau der Geist des Black Metal in seinen Anfängen war, diese infantile, unschuldige und, wenn ihr mich fragt, so schöne Art, das Leben aus dem Underground zu leben und all den tief verwurzelten Werten unserer Gesellschaft zu trotzen. Dieser überwältigende Kult um Tod, Natur und Heidentum, der mich so sehr bezaubert, aber heutzutage leider so zu Tode geritten und vulgarisiert wurde, dass er nicht mehr schockiert. Auf der anderen Seite preise ich dieses Album, weil es so großartig ist, solch eine fantastische Band wie IMMORTAL zu fühlen, bevor sie diese pathetische Selbstparodie wurden, die wir alle kennen, denn, sehen wir der Wahrheit ins Auge... „Pure Holocaust“ war ein herausragendes Album, aber... wie können wir es wahrhaft respektieren, wenn drei Freaks, die wie Waschbären angemalt sind, auf dem Coverbild sind (erst der Anfang dieser nervigen und endlosen Fotosessions)? Andererseits muss ich, mit Bedauern, aber aus Überzeugung, sagen, dass „Diabolical Fullmoon Mysticism“ dem Zahn der Zeit nicht widerstanden hat. IMMORTAL sind eine großartige Band, die den Großteil ihrer Kraft auf Ästhetik gründen, und sogar ihre Musik scheint zu versuchen, sich an diese fantastische imaginäre Realität anzupassen, die sie erschaffen haben... aber ok, wenn es in den frühen 90ern eine wundervolle Erfahrung gewesen sein muss, sich mit dieser dunklen Philosophie zu befassen, hat der spätere Black Metal das meiste der Magie, die sie bedeutete, verkommen lassen.

 

“Diabolical Fullmoon Mysticism” ist auf seine eigene Weise ein Kunstwerk. Es hat Feeling, Atmosphäre und Verhängnis... in weniger Worten, es enthält den reinen Geist des Black Metal selbst. Aber leider gehört es zu diesen seltenen Fällen, wo ein Album eher ein Museumsstück ist, ein Must-Have in der Sammlung einer jeden Extreme-Metal-Sammlung, anstatt wirklich wert, gehört zu werden. (Online 18. September 2005)

Daniel Barros



© 2000-2013 The Metal Observer. Alle Rechte vorbehalten Haftungsausschluss