|
Nach längerer Auszeit habe ich mir mal wieder ein Gothic Metal-Album zugelegt. Gut, sensationelles, oder gar neuartiges, originelles Liedgut legen auch LOST IN TEARS nicht vor, aber das was sie machen, ist sehr wohlgefällig. Die Songstrukturen werden einfach, aber zielstrebig in die Gehörgänge geprügelt, wo sie sich direkt festkrallen. Na ja, prügeln ist wohl der falsche Ausdruck, aber rocken tut das Ganze ohne Ende. H.I.M.’sche Peinlichkeiten werden dabei jedoch tunlichst vermieden, obwohl ein gewisser Popfaktor durchaus vorhanden ist; aber eher so in Richtung HAVAYOTH und deren zu Unrecht geschmähtem Debüt.
Am meisten faszinieren mich die süchtig machenden Gitarrenmelodien, welche ich in dieser Form seit STILL PATIENT’s "Salamand"-CD nicht mehr zu Ohren bekam. Nur noch geil, ich liebe es! Der Sänger klingt wie ‚ne Art Glenn Danzig light, röhrt aber mit wahrer Inbrunst seine Texte und läßt ab und an diverse Growls einfließen. Dazu eine Produktion, die so breit wie mein Arsch ist, was wollt ihr noch? Frauengesang? Vergesst es! Dies ist keine derjenigen Scheiben, wo man Kerzen anzündet und ein Gläschen Rotwein schlürft, nein, hier baut man einen Scheinwerfer auf und leert die ganze Flasche in einem Zug! Eine Band mit Zukunft. (Online 20. September 2005)
|