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Dies ist einer der am begierigsten erwarteten Releases des Jahres 2005. Seit ihren Anfängen haben NILE praktisch das gesamte Death-Metal-Genre auf den Kopf gestellt. Das Album „Amongst The Catacombs Of Nephren-Ka“ wird als eines der besten Debüts aller Zeiten innerhalb des Metal-Genres angesehen, und jeder nachfolgende Release zeigte eine stete Weiterentwicklung. Ihre Mischung aus Brutal Death Metal und mittelöstlichen Elementen (besonders altägyptische Elemente) hat ihnen eine loyale Anhängerschaft beschert und ihnen Tours mit solchen Bands wie CRYPTOPSY, DYING FETUS und MORBID ANGEL ermöglicht. Wenn man bedenkt, dass jede ihrer Veröffentlichungen als „zukünftiger Death-Metal-Klassiker“ bezeichnet wurde, muss dieses Album VIELEM gerecht werden, besonders, da es einer so phänomenalen Veröffentlichung wie „In Their Darkened Shrines“ folgt.
Leider hat die Band zwei ihrer Mitglieder verloren. Bassist Jon Vesano und, noch wichtiger, Drummer Tony Laureano (Ex-MORBID ANGEL, DIMMU BORGIR) sind nicht mehr in der Band. Wenn man bedenkt, wie wichtig das Drumming im Death Metal ist, könnte das für die Musik der Band einen herben Rückschlag bedeuten. Allerdings füllt der neue Gefährte, George Kollias, die Schuhe seiner Vorgängers (zu denen auch Derek Roddy gehörte) mehr als geschickt aus, und das will etwas heißen. Das Drumming ist höchst qualitätsvolles Death-Metal-Drumming. Es ist solide, kraftvoll, präzise, aggressiv und es passt rein und, was noch wichtiger ist, es verstärkt die Brutalität der Musik.
Die Musik enttäuscht keineswegs. Das Album enthält ein fantastisches Akustikintro, das von arabischer Musik inspiriert ist, kracht dann einfach in „Cast Down The Heretic“ herein und kracht (und wie!) von da an in „Cast Down The Heretic“, welches Death Metal ist wie NILE ihn sich vorstellen. Falls ihr ihr vorheriges Material gehört habt, das hier ist vom Stil her ähnlich. Falls nicht, NILE’s Vision von Death Metal ist Brutalität gemischt mit ihrem einzigartigen Gespür für Melodien (sie sind sehr subtil). Die Musik ist sehr chaotisch, und die variierenden Tempi und das komplexe Riffing und die Songstrukturen tragen zu diesem Gefühl bei, aber es gibt ein zugrunde liegendes Thema, das alles zusammenhält. NILE’s Talent war es immer, in der Lage zu sein, unverhohlenen Wahnsinn zu schreiben, aber jeden Song auf seine Weise einprägsam zu machen. Dieses Album ist eins, bei dem man die Zeit entweder verbringen könnte, es mit auf dem Boden liegender Kinnlade anzuhören und auf all die kleinen Vertracktheiten der Musik zu achten, oder man kann es einfach als Soundtrack dazu benutzen, gewalttätig auszurasten. Die Lead-Gitarren-Arbeit ist ebenfalls nicht von dieser Welt, wobei die Soli scheinbar die Soundbarriere durchbrechen und diese verrückten Linien mit ägyptisch beeinflussten Melodien vermischt sind. Es ist einfach nicht von dieser Welt.
Neil Kernon reinzuholen hat für die Band zudem Wunder gewirkt. Die Musik ist so viel kraftvoller, weil man alles hören kann und es einem genau zwischen den Augen trifft. Die Produktion zerstört VERDAMMT NOCHMAL, das ist der einzige Weg, es zu beschreiben, sie zerstört einfach alles in ihrem Weg.
Höchst empfehlenswert. (Online 27. September 2005)
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