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Als ich als Kind in Schottland bei meiner Großmutter war, hörte ich aus der Ferne immer die Schienen der Züge, die den immer gleichen Klang von sich gaben, wenn ein Zug darüber fuhr. Es war stets dasselbe Klick-Klack. Der wunderbare Regisseur Akira Kurosawa machte darüber sogar mal einen Film, „Dodes’ka-den“, in dem eine Person dieses Zuggeräusch ständig immitierte und der Titel des Films soll dies quasi ausdrücken, „Dodes'ka-den... Dodes'ka-den... Dodes'ka-den“. Genauso wie dieser Darsteller, wusste auch ich immer, wann der Zug kommt und welches Geräusch er von sich gibt.
„Enigmatic Existence“, das Debüt der aus New Mexico stammenden Band KRYOBURN, ist den Zügen aus dem obigen Beispiel nicht unähnlich: beständig und sicher, aber man weiß immer, was einen erwartet. Sich zu wiederholen ist nichts Neues im Metal und muss auch nicht zwangsläufig schlecht sein. Im Falle von „Enigmatic Existence“ aber trägt es nicht gerade dazu bei, sich auf den jeweils nächsten Track zu freuen bzw. sich die Scheibe öfters anzuhören. Sämtliche Songs bestehen aus den gleichen Elementen, wenn auch in leicht verschiedenen Arrangements. KRYOBURN beginnen stets mit massivem Riffing, das auch zu so manchem FEAR FACTORY Album passen würde, denn sie vermischen Metal mit Industrial. Schnell aber bietet der Song die vor allem beim Metalcore-typischen Stakkato Riffs auf, die KRYOBURN ständig wiederholen. Natürlich gibt es dazu die obligatorischen cleanen Vocals und im Hintergrund die üblichen Keys. Bei manchen Songs ist die Struktur ein wenig anders, dort sind auch eher die Stärken von KRYOBURN zu sehen, wie etwa in „De Animation“. Doch es sind zu wenige davon, schade eigentlich.
KRYOBURN sind keineswegs kraft- und saftlos. Sie spielen einfach nur eine Art von Metal, die ich wenig aufregend oder mitreißend finde. (Online 25. November 2005)
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