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Nova Art - The Art Of Nova – Demo 2004 (8,5/10) - Russland - 2004

Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
Spielzeit: 21:52
Band homepage: Nova Art

Tracklist:

  1. Intro
  2. Freedom Of A Closed Space >mp3
  3. My Beloved Hate
  4. Memories >mp3
  5. Delirium
  6. Searching For The Light >mp3
Nova Art - The Art Of Nova – Demo 2004

Nun, NOVA ART haben Glück, denn ich habe eine besondere Schwäche für die Musik Russlands, da ich die durchweg unglaublich gut durchdacht finde. Die Arrangements sind immer beeindruckend und benutzen oft eine brillante Schichtungstechnik, die nur Russen zu kennen scheinen. Ein besonderes Gespür dafür, wo genau all die Instrumentierung und die musikalischen Formen in Anbetracht dessen, was sie umgibt, platziert werden sollten. Jede Kombination ist sorgfältig bedacht und genau so platziert. Ich warte auf die Zeit, da meine Neigung durch eine wahrlich enttäuschende Band zerstört wird. Deshalb, NOVA ART sind keine von ihnen, sie enttäuschen nicht! Hörbar gezeichnet durch die Allan-Holdsworth-Joe-Satriani-Kombination von Dmitry Khromovs Gitarrenspiel, berücksichtigt die Band jeden synkopierten hingelegten Takt. Von der ebenso beeindruckenden Rhythmusabteilung aus Konstantin Ganulich (Bass) und Stanislav Kulikov (Drums) zusammengehalten, sind NOVA ART gleichzeitig schneidend hart und musikalisch hip. Wie gesagt, wird jeder Takt berücksichtigt, wobei sowohl ihre wohlbedachten individuellen Instrumentenklänge (die klar, knusprig und unverwechselbar sind) als auch der Professionalismus der Produktion eine Rolle in dieser ausgeprägten Qualität spielt. Das Lead-Gitarrenspiel hat einen enorm sauberen, aber harten und heftigen Sound und spielt ziemlich bizarre, dissonante Melodien und Themen sowie Soli, die stets das Gefühl von schierer, überkochender Frustration und Wut unterstreicht, das in den Songs ausgedrückt wird. Die Band prahlt nicht mit ihren instrumentalen Fähigkeiten, sondern nimmt den Hörer mit auf eine emotionale Reise durch die diversen Zustände von Geist, Körper und Seele, welche die Lyrics und Arrangements projizieren. Jede musikalische Phrase und Passage hat einen Zweck.

 

“Intro” beginnt die Sache mit ausladender, meditativer Instrumentierung, einigen sanfteren Keyboards, die gewisse Akustikgitarrenfolgen zu suggerieren scheinen, ich habe nicht bemerkt, dass keine Akustikgitarre da war, bevor ich zurückgespult habe, um es zu überprüfen! Einige tiefgründige, offenbarende Aussagen* werden von Sänger/Komponist Andrey Nova gemacht und widerhallen in einer Form, die an die Wellen erinnert, die von einem einzelnen Wassertropfen ausgelöst werden, der graziös die ruhige Oberfläche eines Teiches voller Lotus-Blumen durchbricht. Sofort werden wir in das organisierte Chaos von „Freedom Of A Closed Space“ mitgenommen, welches vielleicht den einsperrenden Effekt des eigenen Abwehrsystems zum Ausdruck bringt. Zusammen mit der lauten, vollen Gitarre, dem Bass und den Drums tönt eine psychotisch wirbelnde Orgel rein, aber obwohl NOVA ART Keyboards benutzen, tun siedies sparsam und konzentrieren sich auf die Lautstärke, die von den anderen drei, metallischeren Instrumenten erzeugt wird. Wie zu Beginn des Reviews angedeutet, fällt ein starkes Scheinwerferlicht auf das verrückte Gitarrenspiel, das passend schneidend und shreddernd ist. Das innere Böse von „My Beloved Hate“ nimmt den Hörer mit auf eine dunkle und nachdenkliche Reise, die kontrastiert wird durch die starken Melodielinien des bewegenden Klavierinstrumentals „Memories“. Ähnlich instrumental, aber mit der ganzen Band, ist „Delirium“, das mit Lead-Gitarren beginnt, die sich dissonant um einen umgekehrten Drumbeat schlängeln. Das Demo endet übrigens mit „Searching For The Light“, einem abgedrehten und gequälten Song, der sich in strengen, bekümmernden Metal-Folgen erhebt und seinen Schmerz in einem eilenden, zerschmetternden und Arsch tretenden Prog Metal-Riff darlegt.

 

Nun, wenn die Kunst Novas so intensiv und mitreißend und so stark verstörend ist, würde ich sagen, dass NOVA ART eine große Zukunft bevorsteht. Das Demo wurde nun in ihr Debütalbum umgewandelt, indem sie Songs hinzugefügt und andere neu abgemischt und neu betitelt haben. Es behält den Titel „The Art Of Nova“ und ist es durchaus wert, über ihre Website http://www.nova-art.ru bestellt zu werden. Ich bin mir nicht sicher, ob das originale Demo, das hier rezensiert wurde, verfügbar ist, aber ihr könnt immer nachfragen (E-Mail-Kontakt: : info@nova-art.ru).

 

*Diese Aussagen sind eigentlich ziemlich brillant. Erleuchtet euch:

"Every man wants to be free... But do you know what freedom is? We believe that, above all, freedom is the independence of the mind; and, freedom means destroying the limitations we humans set for ourselves. Expressing our ideas through music gives us this freedom. It is a magnificent feeling that everyone can experience; to achieve this, we need to abandon stereotypes; stop following styles and trends; and remember that music is akin to our souls and cannot be divided.

Listen...

Feel...

Realize...

Here and now..."

- Andrey Nova, from "Intro"*

 

(Anm. d. Übers.: “Jeder Mensch will frei sein… Aber weißt Du, was Freiheit ist? Wir glauben, dass Freiheit vor allem die Unabhängigkeit des Geistes ist; und Freiheit bedeutet, die Beschränkungen zu zerstören, die wir Menschen uns auferlegt haben. Unsere Ideen durch Musik auszudrücken, gibt uns diese Freiheit. Es ist ein prächtiges Gefühl, das jedermann erfahren kann; um dies zu erreichen, müssen wir uns von Stereotypen abwenden; höre auf, Stilen und Trends zu folgen; und erinnere dich daran, dass Musik mit unserer Seele verwandt ist und nicht von ihr getrennt werden kann.

Höre...

Fühle...

Erkenne...

Hier und jetzt...”

- Andrey Nova, in „Intro“)(Online 31. Januar 2006)

Graham MacSkimming



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