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Ein gutes Jahr nach “Volvere” rollen die Finnen von FALL OF THE LEAFE zum insgesamt bereits fünften Male mit einem Album an und sie führen die düstere Ausrichtung des Vorgängers beinahe nahtlos weiter, damit sicherstellend, dass die schwarzmetallische Vergangenheit des Sextetts endgültig vorbei ist. Und im Gegensatz zu den Vorbildern des neuen Sounds, KATATONIA, haben die Finnen nicht den Fehler gemacht den hochklassigen Vorgänger mehr oder weniger neu aufzunehmen, sondern sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und tiefer in den gewählten Sound einzudringen.
Die Musik der aus Uusikaupunki stammenden Band ist nach wie vor sehr, sehr eingängig und mit einem gewissen melancholischen Unterton, ohne dabei aber nun wirklich Ohrwürmer im engeren Sinne zu fabrizieren, stattdessen muss man sich die Scheibe trotz des sehr guten Flusses mehrere Male anhören, um vollständig einzutauchen. Man hat sich aber auf mehreren Ebenen verbessert, die Vocals zeigen mehr Reife und Ausdruckskraft und schaffen es eine noch größere Bandbreite abzudecken, von sehr gefühlvollem Klargesang bis zu aggressiven Shouts verschiedenste Emotionen abdeckend.
Der Opener „The Fresco“ zeigt dies auch gleich sehr gut auf, sehr eingängig, mit einem leichten Touch später KATATONIA, allerdings durchaus finnischer klingend und nicht so trostlos. Was sehr angenehm anzumerken ist, ist dass man auch mal etwas kraftvoller agiert als die Schweden dieser Tage. Auf „But The Ghosts Here“ bringt man ein Klavier für eine dramatischere Note herein, welche FALL OF THE LEAFE auch sehr gut zu Gesicht steht, während „Off The Map, Under The Sun“ beinahe auf Blastbeats geht, als ordentlich auf die Tube drückt und sich sehr dynamisch gibt, geiler Track! Und auch das ausdrucksstarke Trio von „Ordeal“, „Quiet Citizen“ (etwas langsamer) und „Cold Java“ (flotter) kann auf der ganzen Linie überzeugen.
Auf dem Vorgänger standen die Songs noch alle sehr nah beieinander, auf „Vantage“ ist das zwar teilweise auch noch der Fall, aber insgesamt zeigt man sich doch etwas abwechslungsreicher als noch zuvor und es kristallisiert sich mehr und mehr ein eigener Stil heraus, der sich dankenswerterweise nicht an den üblichen Verdächtigen orientiert, sondern sich langsam aber sicher eine eigene Nische schafft, welche den Fan der gepflegten Melancholie ebenso ansprechen sollte wie Anbeter etwas eingängigerer Mucke. (Online 24. Februar 2006)
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