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101 tablaturen für Opeth


Opeth - Weisheit? Das ist schwierig. (Per Wiberg - Online Mär 2006


Wesley und ich waren sehr froh, Per Wiberg von OPETH einige Stunden vor dem OPETH/DARK TRANQUILLITY/DEVIN TOWNSEND BAND Konzert bei Mr. Small’s in Millvale, Pennsylvania am 18. Februar 2006 zu treffen. Vielen Dank an Per für das großartige Interview, an den Rest von OPETH für das anschließende Posieren für die Fotos mit uns, an den Tour Manager Jimmy Eicher der uns alles erleichtert hat und an Roadrunner Records für die Organisation.

 

K: Erste Frage, die lautet natürlich immer: “Wie geht’s?“ Wie verlief die Tour bisher?

Es lief bisher gut. Ich meine, wir stehen noch am Beginn der Tour – das Konzert heute ist die vierte Station – und wir hatten mit Jet Lag und den üblichen Problemen zu kämpfen, aber ich denke es war bis jetzt ziemlich gut. Ich würde sagen, dass wir ziemlich gute Shows abgeliefert haben. Die Fans waren super drauf und ich denke, dass wir gut gespielt haben. Gut genug.

 

K: Wie sind die Fans hier so im Vergleich zu Orten an denen ihr schon gespielt habt? Zum Beispiel in Europa, Japan oder sonst wo.

Nun, wir haben eigentlich noch nie in Japan mit dieser Band gespielt. Was die Fans angeht ist die Reaktion überwiegend die gleiche. Ich würde sagen, dass vielleicht unsere verschiedenen Platten die Leute unterschiedlich reagieren lassen. Seit uns mit „Blackwater Park“ so etwas wie ein kleiner Durchbruch in den USA gelungen ist, gibt es hier und da möglicherweise eine noch überwältigendere Reaktion auf diesen Song.

 

W: Wie kamen die neuen Songs live an?

Ziemlich gut, glaube ich. Und ich denke, die Leute sind froh darüber, dass wir „Ghost Of Perdition“ auch im Set haben. Wir spielen drei Songs vom neuen Album und das kommt gut an.

 

K: Ich habe mich gefragt, wie ist es mit Roadrunner Records zu arbeiten im Vergleich zu eueren früheren Labels? Und haben die Fans auf eueren Labelwechsel in irgendeiner Form reagiert?

Ich würde nicht sagen, dass es großartig anders ist, im Vergleich zu anderen Plattenfirmen, außer dass wir jetzt viel mehr Pressearbeit zu tun haben. [lacht] Sie sind überhaupt nicht eingebunden in die Musik oder die Präsentation, also läuft alles ähnlich wie bisher. Nun abgesehen davon, ich schätze, die meisten Leute denken Roadrunner ist ein etwas Größeres als die Labels bei denen die Band vorher war. Also natürlich gibt es dann viel mehr Pressearbeit zu tun. Das ist cool. Deshalb haben wir dort den Vertrag unterschrieben.

 

W: Neben deiner Tätigkeit bei OPETH, hast du auch einiges mit den SPIRITUAL BEGGARS gemacht. Wie unterscheidet sich das Kräftespiel zwischen beiden Bands? Ich meine, worin unterscheidet sich deine Bindung zu den SPIRITUAL BEGGARS von deiner Arbeit mit OPETH?

Nun es sind ziemliche verschiedene Arten von Musik, obwohl beide Bands als Hard Rock/Metal Bands eingestuft werden. Ich spiele mit den SPIRITUAL BEGGARS schon viel länger als mit OPETH. Die Musik der BEGGARS ist eher spontaner, hat einen Rock and Roll Vibe und es hängt sehr davon ab, wie du dich an dem Tag fühlst, ob es auf der Bühne gut läuft. Da OPETH Songs viel länger sind, musst du eben etwas mehr auf die Setlist achten und musst an der Setlist auch länger festhalten um einen guten Durchfluss bei den Konzerten zu erhalten und auch um es uns vorher angenehm zu machen.

 

K: Ich wollte diese Frage eigentlich als vorletzte stellen, aber einige Leute kennen dich nur als „den Neuen bei OPETH“. Würde es dir etwas ausmachen uns ein Bisschen was von dir zu erzählen? Und in welchen Bands warst du alles schon tätig?

Ich bin mehr oder weniger ein schwedischer Session-Musiker seit den späten 80ern. Ich habe angefangen Musik zu spielen um meine Rechnungen zu bezahlen. Ich spiele alle Arten von Musik, eigentlich nicht nur Metal und Hard Rock sondern auch viel Blues Zeug und sogar Hip Hop... ooooh! Ich mache so einige Dinge. Ich war bis jetzt mehr als Fünfzehn Jahre unterwegs. [Ich habe] Aufnahmen mit vielen schwedischen Bands gemacht. Ich glaube nicht, dass es Bands sind die du kennst, wenn du auf Metal und Hardrock abfährst.

 

W: Vor “Ghost Reveries”, habt ihr Touren zu “Damnation” und “Deliverance” mit OPETH gemacht. Wie war deine Beziehung zur Band davor?

Nun, ich kannte die Jungs schon bevor, ich anfing mit ihnen zu spielen. Schweden ist ein kleines Land und es scheint so als würden mehr als ein paar Leute Hard Rock und Metal spielen. Jeder kennt irgendwie jeden. Eigentlich war es Mike Amott, der mich Mikael vorstellte. Ich lebe auch in Stockholm und wir fingen an zusammen abzuhängen. Wir begannen ohne große Ambitionen zusammen Musik zu spielen. Wir versuchten Songs zu schreiben und später nahmen sie „Damnation“ und Deliverance“ auf und gingen auf Tour. Mikael fragte mich ob ich nicht auch die Keyboards für „Damnation“ übernehmen könnte, weil sie einen Kerl dafür bräuchten und ich sagte einfach „ja“.

 

W: Was sind deine persönlichen OPETH Höhepunkte aus alten Zeiten, bevor du in die Band gestoßen bist? Hast du irgendwelche Lieblingssongs oder Alben?

Ich habe OPETH gehört, seit sie ihre erste CD rausgebraucht haben, also bin ich der Band mehr oder weniger gefolgt und ich mochte „Orchild“ sehr als es erschien. Es erschien mir auf eine Art und Weise frech, da es etwas Neues im Bereich des eher extremen Metals war. Es hatte eine Menge akustische Übergänge, Zwischenspiele und auch eine Songstruktur die eher an progressive Musik der 70er erinnerte, als an Metal Bands zu der Zeit. Das gefiel mir. Das erste Album, das ich mit den SPIRITUAL BEGGARS aufnahm hieß „Mantra 3“. Wir nahmen es 1997 auf und diese Jungs von OPETH waren dabei „My Arms, Your Hearse“ in genau demselben Studio aufzunehmen, weil Fredman das Studio doppelt gebucht hatte, der Chaot. [lacht] Es gab dann hier und da ein par Reibereien, weil jeder sein Zeug fertig kriegen wollte. Dann hörte ich „My Arms, Your Hearse“ und ich war eigentlich völlig hin und Weg von diesem Album. Ich glaube, es ist wahrscheinlich immer noch mein Lieblingsalbum von OPETH, denn manche Alben sind wie  Sinnbilder einer Zeit in deinem Leben oder so. Ich mag dieses Album wirklich sehr und ich glaube, dass es immer noch sehr gut ist.

 

K: Das ist jetzt eine übliche Frage, aber was sind deine Einflüsse, musikalisch und unmusikalisch?

Auf die Musik bezogen ... es fing in meiner Kindheit an, meine Eltern waren große Jazz und Blues Fans, also hat diese Art Musik mich ständig umgeben. Wenn es nicht für Jimi Hendrix gewesen wäre, hätte ich nicht angefangen Musik zu spielen, er war also der größte Einfluss für mich. Dann als ich älter wurde gefiel mir Hard Rock und Metal. Ich war ein Teenager in den 80ern, viel aufregendes Zeug zu dieser Zeit. Ich war schwer von VENOM und all diesen Bands begeistert. Ich spielte später auch andere Musikarten wie Blues und vielleicht etwas Jazz. Ich bin im Grunde genommen musikbegeistert und nicht von einem bestimmten Genre.

 

K: Nun, das führt uns zu einer weiteren Frage.

W: Wie denkst du über die heutige Metal-Szene? Gibt es irgendwelche Bands da draußen, die wirklich aus der Masse heraus stechen?

Ich denke, es gibt immer diese Debatte, dass der ganze Metal heutzutage nichts mehr taugt oder wie einige andere sagen: „Oh es war niemals besser.“ Ich schätze ich sehe mich da irgendwo in der Mitte. Es gibt so viel Musik die heutzutage erscheint. Wenn du das beispielsweise mit vor zehn Jahren vergleichst... Zumindest glaube ich, dass es heutzutage viel mehr Bands gibt. Es sieht auf jeden Fall so aus. Natürlich sind auch viele gute Bands darunter.

 

W: Das Internet hat das sicher vorangetrieben.

Klar und ich denke das ist gut. Es ist viel einfacher für jüngere Bands sich zu präsentieren und ihre Musik bekannt zu machen. Die Entscheidung liegt bei den Leuten – wenn es dir gefällt, kauf es. Wenn nicht, dann verbring deine Zeit nicht damit darüber zu jammern. Ich mag eine Menge Bands wie HIGH ON FIRE, die sind wirklich eine tolle Band. Ich liebe CLUTCH, aber das ist auch eine Band die es ja schon seit Ewigkeiten gibt. Wir sind froh genug Devin bei dieser Tour dabei zu haben. Er ist ein großartiger Kerl. Ich liebe STRAPPING YOUNG LAD.

 

W: Du hast CLUTCH erwähnt. Ich weiß dass ihr erst kürzlich die Sounds der Underground Tour mit CLUTCH hinter euch gebracht habt. Wie war diese Erfahrung?

Es hat mir sehr gefallen. Ich hatte dort eine gute Zeit. Ich glaube wir haben neue viele Freunde auf dieser Tour kennen gelernt. Ich denke nicht dass wir, als man uns die Idee vorgestellt hat, dachten „Yeah, was für ein Ding!“ wir standen da drüber. Es war nur eine gute Gelegenheit für uns wieder zusammenzukommen und wieder live zu spielen, denn es war schon über ein Jahr her, dass wir das letzte Mal eine Show gespielt hatten. Daher denke ich dass wir es für uns selbst getan haben. Wir hatten ein kurzes Set und es war gut. Ich hatte viel mehr Spaß, als ich erwartete. Keine großen Bands, selbst wenn man es mit dem Ozzfest vergleicht, also auch keine großen Egos. Jeder half dem anderen, sowohl die Crews als auch die Bands. Tut gut, so etwas zu sehen.

 

K: Wenn du nicht gerade mit OPETH oder sonst wem spielst, was treibst du so, abgesehen von der Musik?

Grafikdesign. Aber es gibt nicht gerade viel Zeit, die ich nicht damit verbringe irgendetwas zu tun das mit Musik zu tun hat.

 

W: Wie geht’s deiner Meinung nach mit der Band weiter? Nehmt ihr euch erst mal eine Pause oder geht ihr gleich das Schreiben neuer Songs an?

Oh, das wird in der näheren Zukunft wohl noch nicht passieren. Wir haben das ganze Jahr schon mehr oder weniger verplant. Wir haben drei Tage frei, wenn wir von hier zurückkehren und wir werden einige Konzerte in [Ländern in] Europa spielen, wo wir bisher noch keine Chance dazu hatten, wie z.B. Griechenland, die Türkei und Israel. Dann werden wir in Australien und Neuseeland spielen. Dann ist schon Sommer und das bedeutet üblicherweise Festivals. Danach geht’s nach Südamerika. Und dann hat noch irgendwer was gesagt wie: „Jungs, ihr müsst zurück in die USA“ später dieses Jahr.

 

K: Hast du persönliche Ziele mit deiner Musik?

Ich glaube, dass Ziel ist sich ständig weiterzuentwickeln. Versuchen ein besserer Musiker zu werden, neue Dinge ausprobieren. Ich denke als Musiker, solltest du neugierig sein um auch ein guter Musiker zu sein. Es gibt immer etwas, dass du dazu lernen kannst, in jedem Musik Genre. Ich glaube es ist meine Ambition, niemals auf der Stelle zu treten.

 

W: Ich möchte mich im Namen von „The Metal Observer“ und all unseren Lesern recht herzlich bei dir bedanken. Hast du irgendwelche letzten Perlen der Weisheit die du mit uns teilen willst?

Weisheit? Das ist schwierig. Du kannst von uns Musikern nicht viel Weisheit erwarten. Ich weiß nicht. „Stay heavy?“ Das ist immer gut.

 

K: Danke für deine Zeit. Wir schätzen das wirklich sehr. 

Discographie:

1995: Orchid (CD, Candlelight)
1997: Morningrise (CD, Candlelight)
1998: My Arms, Your Hearse (CD, Candlelight)
1999: Still Life (CD, Peaceville)
2001: Blackwater Park (CD, Music For Nations)
2002: Deliverance (CD, Music For Nations)

2003: Damnation (CD, Music For Nations)

2005: Ghost Reveries (CD, Roadrunner Records)

Keith StevensWesley D. Cray



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