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Magnified Eye - Transition (9,5/10) - Dänemark - 2005

Genre: Stoner Rock
Label: Daredevil Records
Spielzeit: 54:25
Band homepage: Magnified Eye

Tracklist:

  1. Fiend
  2. Dawn Of The Muse
  3. Amongst Heathens >mp3
  4. Transition
  5. Soul Flame
  6. Expectations (Part 1)
  7. Jezebel >mp3
  8. Gun City Blues
  9. Religion’s Children Come In Herds
  10. Expectations (Part 2)
  11. In Circles
  12. W.U.T.T.
  13. Out Of The Shadows
  14. Pledge Of Secrecy
  15. Drain The Lizard
  16. Rapture
  17. Marooned
  18. Songs Of Sweet Disease
Magnified Eye - Transition

Stell dir vor du bist in einer schönen Wüste, oder in einer einsamen Berglandschaft. Es ist sehr heiß und es trennen dich nur noch wenige Augeblicke von einem atemberaubenden Sonnenuntergang. Du fährst durch diese Landschaft und suchst dir einen Platz, wo du das Ganze mit einem Bierchen genießen könntest. Und natürlich hörst du dir dabei Musik an, aber was für eine Musik? KYUSS! Meinst du, aber das wäre viel zu einfach. Da gibt es noch eine Band die zu solchen Augenblicken sehr gut paßt, und kommt nicht aus Kalifornien sondern aus Dänemark: MAFNIFIED EYE heißen sie und ihr zweites und letztes Opus „Transition“ ist einfach – in einem Wort – ein Meisterstück.

 

Ich will nicht behaupten, daß sie ein KYUSS Klon sind, weil sie davon weit entfernt sind. Aber sie wissen es genauso gut wie man eine Atmosphäre schafft, mit ihren warmen Gitarren und Basslinien. MAGNIFIED EYE sind eine der originellsten Stoner Bands die ich in letzter Zeit gehört habe. Aber wartet, sie sind nicht wirklich Stoner Rock, Progressive Rock mit Stoner Einflüsse, Progressive Stoner Rock, Doom oder Progressive Heavy Rock würden zu dieser Band genauso gut passen. Aber ich möchte nicht ein weiteres Untergenre zur TMO Liste hinzufügen, also ich lasse die allgemeine Atmosphäre als entscheidend gelten, wir bleiben also bei Stoner Rock. Und läßt euch von der Tatsache nicht in die Irre führen, dass ich Metal nicht hinzugefügt habe, und denkt nicht, dass MAGNIFIED EYE nicht heavy sind, weil glaubt mir, sie sind’s. Eigentlich viel heavier als all diese lächerliche Nu-Metal/Core Bands.

 

Nach einem kurzen und ein bißchen überflüssigen Intro, ist das erste Lied „Fiend“ schon ein gutes Beispiel was die wichtigsten Züge dieser Band betrifft. Eine Wand aus sanften groovigen Gitarrenriffs mit starken melodischen Gitarrenleads. Und dazu kommt noch die herrliche Stimme von Torben Egebjerg, der auch einige Gitarrenaufgaben übernimmt. Seine Stimme ist kraftvoll und zerbrechlich, gefühlsvoll und dramatisch, warm und dunkel, und integriert sich perfekt in die Musik. Neben diesen Qualitäten ist es mal gut einen Sänger zu hören, der versucht nicht so wie alle andere zu klingen.

 

Um die heavy Teile zu unterbrechen hat die Band herrliche akustische Interludien geschaffen wie z.B. „Dawn Of The Muse“ und „Expectations“, die sehr kurz sind, gelten aber als Lieder. „Amongst Heathens“ wird auch von einem Interludium mit warmem Gitarrensound eingeführt, aber der Song selber ist ein echtes Meisterstück. Folgt demselben Stil wie der Opener und sie verwenden hier eine Harmonika, was der Band ein wirklich warmes und episches Gefühl verleiht. Ich muß gestehen ich hab’ seit BLACK SABBATH’s „Wizard“ aus dem Jahre 1970 nicht mehr erlebt daß eine Harmonika so markant und effektiv verwendet wurde. Der Titelsong hat eine leichte funky Basslinie und ein herrliche hypnotisches Gitarrenlead. Dasselbe gilt auch für „Soul Flame“ das schneller ist und brillante progressive Gitarrenteile hat, welche die schweren Rhythmen durchdringen.

 

„Jezebel“ benutzt einige subtile Streicher, egal was für ein Instrument sie benutzen Harmonika oder Tamburin, es bereichert immer die Atmosphäre. Dies ist das längste Lied des Albums und ist manchmal mild aber später entwickelt sich zu einem heavy-epischen Song. Das Lied verbergt einer der besten Drumming–Offenbarungen auf diesem Album, ein echter „Wüsten-Rock“ Song. Ein weiteres akustisches Intro führt den etwas längeren „Religion’s Children Come In Herds“, der wieder die Harmonika verwendet, die hier aber immer willkommen ist. Und für eine Minute spielen die Dänen echten Blues mit „W.U.T.T.“, nur aus Harmonika und gefühlvolles Gesang bestehend.

 

„Out Of The Shadows“ ist vielleicht der Höhepunkt was die Verwendung der Harmonika im Heavy Rock betrifft. Besonders der Anfang hört sich so an als ob man das aus dem SABBATH Archiven geholt hätte, als sie noch EARTH hießen. „Drain The Lizard“ ist der direkteste Song mit einem Epic/Doom/Stoner Gefühl. Egebjerg bringt eine seiner besten Vorstellungen in diesem Song. Das letzte Interludium heißt „Rapture“ und steht vor dem herrlichen Doom-Rocker „Marooned“. Das Album endet in leichter Manier mit dem halbakustischen „Song Of Sweet Disease“, mit etwas merkwürdigerem aber gutem Drumming.

 

Was noch erwähnt werden muß ist, ist die starke Produktion, meistens in originalem 70er Stil, was „Transition“ einen warmen und authentischen Sound verleiht, und läßt die tadellose musikalische Begabung der Band zum Vorschein kommen. Denn sie ist tadellos; von den herrlichen Gitarrenduo mit den fantastischen Leads, die warmen Baß-Linien, dem kraftvollen Drumming und herrlichem Gesang bis zur Harmonika und Pauke, alles scheint richtig zu sein und hört sich fantastisch an. Deswegen sind MAGNIFIED EYE allen zu empfehlen die Stoner, Heavy oder Progressive Rock mögen oder Doom Metal, oder einfach Leuten die was hören möchten was mehr ist als nur gewöhnlicher Metal/Rock. (Online 8. April 2006)

Milan Elkerbout



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