|
FIELDS OF THE NEPHILIM sind bereits seit den frühen 1980ern zusammen, werden regelmäßig als Einfluss genannt und ich bin seit ihrer Gründung ein Fan. Der letzte Teil war so eine Lüge; „Mourning Sun“ dient als meine FOTN-Einführung. Und ehrlich, obwohl ich von mit Industrial/Electronica versetztem Gothic Rock nicht total begeistert wurde, muss ich zugeben, dass ich von diesem speziellen Werk nicht unberührt geblieben bin. Nichtsdestotrotz werden sich langjährige Fans über die Tatsache freuen, dass dieser britische Haufen immer noch Material veröffentlicht, aber kann ich dasselbe nicht von mir behaupten.
Mein Interesse war aber wirklich geweckt, als “Shroud (Expordium)“ aus meinem Autoradio ertönte, da es eine Eröffnungsnummer von epischen Ausmaßen ist. Die Synthies sind von der tollsten vorstellbaren Qualität – und erinnern zunächst an die schrecklichste, herzerweichendste Todesszene irgendeines Filmes. Der ach so glatte Übergang in vollständige Instrumentierung ist nicht nur meisterhaft gemacht, er ist auch ziemlich befriedigend. Die Hintergrund-Choreffekte fallen mit den kantigen Riffs und scheppernden Drums zusammen wie wenn der erhabenste Vogel abhebt oder alternativ mit reinen, agilen Bewegungen auf der Meeresoberfläche landet. In anderen Worten, es ist ein packender Trip, der die ersten sechs Minuten von „Mourning Sun“ lang andauert. Leider weicht die Brillanz direkt danach. McCoys Gesangseinsätze sind – oft genug – schwülstig, und der keyboardgetriebene Gothic Rock kann mich einfach nicht anheizen. Nach solch einem unvergesslichen Einleitungsstück verblassen „Straight To The Light“ und „New Gold Dawn“ im Vergleich, obwohl der Anfang des letzteren ein bisschen an ALTERE’s Getrippel erinnert. Die Songlängen sind auch nicht vorteilhaft für FIELDS OF THE NEPHILIM, da die meisten über die Sieben-Minuten-Marke hinausgehen, wobei „Mourning Sun“, welches nach respektablen elf Minuten (aufgerundet) endet, der Gigant ist.
Ich weiß nicht. Ich glaube, mir würde das hier besser gefallen, wenn es weniger Rock-orientierte Stücke und mehr stimmungsvolle Synthesizer-Klagelieder gäbe. Der Charme von „Mourning Sun“ – dem Titeltrack – ist jedenfalls unleugbar. Wie bei SAMAEL und THE KOVENANT oder anderen Gruppen, die auf elektronische Effekte zurückgreifen, um ihre Kreativität zum Ausdruck zu bringen, könnten FIELDS OF THE NEPHILIM’s beste Tage hinter ihnen liegen. „Mourning Sun“ hat seine Stärken, aber ich vermute, man sollte nach „The Nephilim“ von 1988 Ausschau halten, wenn man von diesem Stil wirklich erfüllt werden will. Alles in allem wette ich, dass sie weit überlegen Alben haben, die ihre Diskografie füllen... (Online 10. April 2006)
|