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Renaissance - Turn Of The Cards (10/10) - Großbritannien - 1974

Genre: Progressive Rock
Label: BTM Records
Spielzeit: 40:54
Band homepage: Renaissance

Tracklist:

  1. Running Hard
  2. I Think Of You >mp3
  3. Things I Don't Understand
  4. Black Flame
  5. Cold Is Being
  6. Mother Russia >mp3
Renaissance - Turn Of The Cards

Von einem langen Klavierintro eröffnet entwickelt sich „Turn Of The Cards“ zu einer weiteren spannungsgeladenen Reise in den Mikrokosmos dieser britischen Götterband. Sie mögen nicht so bombastisch wie YES sein, nicht immer so eingängig wie KANSAS, mit weniger Hits wie GENESIS daherkommen; aber kompositorisch/dramaturgisch spielen sie in deren Liga!

 

Dabei gibt es nicht einmal Stromgitarren und trotzdem klappen einem alten Metalhead wie mir immer wieder die Kinnlade nach unten. Annie Haslam ist die stimmliche Verkörperung von Reinheit und Grazie, diese Frau strahlt einfach Magie aus. Es ist unerklärlich, aber wenn ich sie höre, geht es mir gut. Selbst ein eher durchschnittlicher Song erstrahlt mit ihrer Stimme wie ein Stern. Nicht, dass es so etwas auf „Turn Of The Cards” gäbe. Hier gibt es nur Klassetracks, 6 an der Zahl. Das spannungsgeladene „Running Hard“, 'Things I Don't Understand“ strahlt 60er-Jahre-Flair aus und vermittelt vor allem good vibrations. Die etwas ruhigeren Balladen "Black Flame" und „I Think Of You“ sind ebenfalls großes Kino, zwar minimalistisch gehalten, dafür umso attraktiver und auch effektiver.

 

Absolutes Highlight ist aber das melancholische „Mother Russia“, ein Song über Alexander Solschenizyn ("Archipel Gulag"), der 1974 aus der Sowjetunion ausgebürgert wurde. Passend zu diesem Thema enthält "Mother Russia" einige Elemente russischer Folklore. „Cold Is Being“ ist für Kirchenorgel und Gesang umarrangierte Kurzversion des „Adagio“ von Albinoni. Ein Album, das ich zu den absoluten Prog-Klassikern zählen würde! Es wird einem mal wieder bewusst gemacht, was es bereits in den frühen Siebzigern für geniale Musik gab, wobei ich eigentlich zu jung bin, um sie seit Glanztagen zu kennen. Bin eben spät auf diese Ausnahmeband aufmerksam geworden, aber Weißgott nicht zu spät… (Online 11. April 2006)

Ralf Henn



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