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Bile - Camp Blood (8,5/10) - Niederlande - 2005

Genre: Goregrind
Label: No Escape
Spielzeit: 34:14
Band homepage: Bile

Tracklist:

  1. Camp Blood
  2. Widespread Bloodshed >mp3
  3. Resurrected
  4. Boot Cracked Cranium
  5. Axe Wielding Killer
  6. Death Curse
  7. Bludgeoned And Beaten
  8. Dredging The Lake
  9. Crazed Stalker
  10. Blood Rorschach
  11. Bled Dry
  12. Deranged Facial Stabbing
  13. The Final Chapter
Bile - Camp Blood

BILE sind ein Haufen kranker, grooviger Drecksäcke. Das steht auf der Hülle, und das sind sie auch. Nachdem sie aus dem Matsch gekrochen sind, machen sie sich daran, eure Innereien mit einer monströs heftigen klanglichen Ausweidung neu anzuordnen.

 

Camp Blood” riecht nach Freitag, der 13., das Artwork stellt den Kultmetzler getreu dar, die Samples und natürlich das textliche Blutvergießen ebenso. Die Szene für etwas Teenager-Verängstigung ist vorbereitet, und jeder zwischen dreizehn und 19 Jahren sollte sich lieber von den Wäldern und offenen Gewässern fernhalten.

 

Goregrind verwirrt mich oftmals, aber “Camp Blood” ist eine mächtige Ausnahme, wobei die dynamische Bandbreite zusammen mit dem ungeheuren Groove sicherstellt, dass ihr euer Hörvergnügen mit einem gestörten Grinsen auf eurem Gesicht abschließt. Das Album bulldozert zwischen Super-Sludge und Turbo-Grind, das Hackfleisch dieses Sandwichs ist jedoch vorwiegend Mid-Tempo. Was am meisten beeindruckt, ist das schiere Gewicht der erderschütternden Verzerrung, und wie die Band sie für die maximale Wirkung angeschirrt hält. Die Produktion ist gelinde gesagt undurchsichtig, vermatscht wie rotes Sirup, nicht dass das in irgendeiner Weise von der kraftvollen Effektivität der Darbietung ablenkt.

 

Endlich werden die Samples einmal bedacht eingesetzt und unterstreichen das Ganze, da sie auf dem Konzept des Albums basieren. Ist das unheimliche Intro von „Camp Blood“ einmal vorbei, beginnt direkt das Loshämmern, da die überverzerrten Gitarren sich daran machen, die Kunst der Ausweidung vorzuführen. Zwischen mittelschnellem Pirschen und Junge-blonde-College-Schülerin-rennt-um-ihr-Leben bis hin zu Geschwindigkeitsausbrüchen pendelnd, krachen und mahlen BILE daher, und der titanische Widerhall droht, euer Fleisch von den Knochen zu schütteln. Sumpfmonster-Vocals gurgeln in blutiger Manier von unerfreulichem Ableben und klingen, als würden sie aus einer aufgeschlitzten Kehle ausgekeucht, statt aus einem Mund. Es ist schön, ein Album zu hören, das so fies klingt wie die enthaltenen Themen.

 

Alles an “Camp Blood” kann auf das Höhlenmensch-Konzept zurückgeführt werden, das heißt, falls ihr es nicht mögt, zerschlagt es mit dem Oberschenkelknochen eines Mammuts. Falls ihr es mögt, zermatscht es trotzdem mit besagtem Werkzeug, zerhaut einfach alles in Sichtweite. Ebenso wie die Gitarren macht der Bass zu diesem Zweck auch stolz beim Zerfleischen mit und scheppert verschwommen, die Drums klatschen und klirren, als wären sie aus dem Matsch gemacht, aus dem die Band gekrochen ist. Grob wie einige der eingesetzten Waffen, nichtsdestotrotz reichen sie erdig von einem steten Drummuster zu vollem Blasting, sie Snare muss den Schlagzeuger genervt haben, da sie durchweg am meisten leidet.

 

All diese Extremität könnte ein bisschen schal werden, wenn da nicht der gigantische Groove wäre, der sich durch den Kern dieses Albums bohrt, es ist ein perfektes Album, um die Stärke eurer Autoanlage zu testen. Düster und dennoch mitreißend, hört man sich dieses Album mit den Händen auf den Ohren an und streckt ständig seine Finger aus, um zu kontrollieren, wie viel man erfahren will. Als Konzept funktioniert es sehr gut, und BILE haben gekonnt ein ausbalanciertes Album produziert, das einen ordentlich unterhält.

 

Camp Blood” ist das perfekte Album, um die Nachbarschaft von schick hergerichteten Kids zu säubern. (Online 28. April 2006)

Niall MacCartney



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