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Nach einigem Hickhack im Bandgefüge von RITUAL STEEL ist nur noch 1 Urmitglied dabei, nämlich Martin Zellmer. Dieser scharte noch von IVORY TOWER Sven Boege an der Klampfe und Stefan Ikert am Bass um sich und fertig ist die neue Truppe. Nun, nicht ganz, fehlt noch ein Sänger, der Martins Visionen von rituellem Stahl am nahesten kommt. Kein Geringerer als John Cason von den US-Metallern EXILED hat besagten Posten übernommen. Diesen als wahren Glücksgriff zu bezeichnen ist keineswegs untertrieben.
Los geht es mit dem speedigen „Raiders From Space“, welches eindeutig eine Hommage an AGENT STEEL darstellt. Sehr geiler Refrain, der sich von den meisten typisch deutschen Metalbands positiv abhebt. Kein Tralala, sondern Metal für Männer und nicht Memmen! „Invincible Warriors“ erinnert mich an JAG PANZER/TITAN FORCE und besitzt sowohl Hymnencharakter und klingt dennoch nicht vorhersehbar! Dann kommt der ultimative Kauzsong: „The Witch“, mit seinem disharmonischen Marschrhythmus und seinen Doomanleihen. Hier gibt es ganz große Gesangsmomente von Sänger John zu bestaunen. Wird euch nicht auf’s erste Ohr erobern, wetten? But it’s a grower!
„No One Can Bring Us Down“ ist wieder JAG PANZER-ähnlich und überzeugt auf voller Linie.. „Killer Attack“ ist etwas abgedrehter und speediger mit irren Schreien garniert. Wie kann ein Mann solche Dinger loslassen? Ähm ich meine Screams! „Can’t Stop Rockin’“ hat so einen flockigen ACCEPT/SAXON-Touch und rockt ordentlich ab, haut mich aber nicht vom Hocker und ist so mein persönlich Schwachpunkt auf „Invincible Warriors“. „A Hell Of A Knight“ hat einen schleppenden Rhythmus und entlockt dem guten John Cason regelrecht beschwörende Gesangsparts. Für mich einer der Höhepunkte des Albums. Das viertelstündige „Che“ markiert dann den absoluten Zenith des Silberlings, Epikmetal pur in vier Parts unterteilt. Geiler Aufbau, mitreißende Performance, hier stimmt alles. Ein echter Knaller!
Also insgesamt ist das Album sehr stark geworden und sowohl Gitarren, als auch gesanglich ist es erste Sahne. Aber es kommt meiner Meinung nicht ganz an das vorangegangene Hammerwerk „Blitz Invasion“ heran. Da waren einfach noch mehr „magic moments“ drauf. Auch wenn der Vorgängervokalist Sascha Maurer der technisch schlechtere Sänger war, das Songmaterial war einen Tick besser. Das ist jetzt allerdings nicht so gravierend, denn das Ding hier ist trotzdem überragend. Und dass hier ist jetzt noch mehr US-Metal, klar mit einem waschechten Ami am Mikro.
Old School-Freaks werden begeistert sein, dem Rest geht’s wohl mal wieder am Boppes vorbei…
(Online 23. Juni 2007)
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