|
Das Finnentrio mit dem schönen Bandnamen bewegen sich musikalisch weitab jeglicher angesagten Strömungen oder Trends im Hartwurstbereich. Mit dem Namen kann man so ziemlich alles spielen unsere Freunde huldigen dem Doom Metal. Aber hier gibt es keine allzu eingängige Mucke, sondern recht komplexes, episches Material, man könnte meinen, man hätte es mit dem kleinen hässlichen, buckligen und deformierten Bruder von REVEREND BIZARRE zu tun. Das wäre als Vergleich so die einzige Band, außer den Urvätern SABBATH & PENTAGRAM, die mir spontan einfallen…
Dennoch klingt THE WANDERING MIDGET anders, ja eigenständig, was hauptsächlich an dem klagenden, höchst emotionalen aber auch kauzigen Gesang liegt. Der wird nicht nur auf Gegenliebe stoßen, aber Leute, die sich obskure Bands reinziehen, werden die Vocals auf dieser Scheibe lieben. Die Band hat außerdem ein Faible für viele Breaks und Wendungen, also nix mit Slowmotion bis zum einschlafen. Für engstirnige Puristen, Vorsicht!
Normalo-Mainstream-Metaller sollten gleich zur nächsten Rezi übergehen. Ihr werdet nie begreifen, was an dieser Truppe außergewöhnlich oder erhaben ist. Wie schon angedeutet brauchen die Songmonumente ihre Zeit, bis sich ihre Haken eingenistet haben. Dann wird man anerkennend zugeben, das hier eine sehr durchdachte und für Doom-Verhältnisse „originelle“ Band ihr Unwesen treibt. Thumbs up!
(Online 23. Februar 2009)
|