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75 tablaturen für Paradise Lost


Paradise Lost - Draconian Times (8,5/10) - Großbritannien - 1995

Genre: Gothic Metal
Label: Music For Nations
Spielzeit: 48:57
Band homepage: Paradise Lost

Tracklist:

  1. Enchantment
  2. Hallowed Land
  3. The Last Time
  4. Forever Failure
  5. Once Solemn
  6. Shadowkings
  7. Elusive Cure
  8. Yearn For Change
  9. Shades Of God
  10. Hands Of Reason
  11. See Your Face
  12. Jaded
Paradise Lost - Draconian Times
"Draconian Times" setzt da an, wo "Icon" aufhörte. Alles klingt noch etwas runder und streckenweise auch etwas, hm, sanfter, harte Riffs wechseln sich mit gothisch anmutenden Passagen, verwoben durch die recht einzigartigen Gitarrenmelodien der Herren Mackintosh und Aedy sowie den Gesang von Meister Holmes, der melancholischer und klarer denn je klingt.

Vom Death Metal der Anfangstage ist überhaupt nichts mehr übriggeblieben, aber es war kein abrupter Wechsel, sondern dieser Sound ist einfach gewachsen, die schleppende Düsternis, die melancholische Härte, einfach PARADISE LOST...

Das beginnt beim einfühlsamen und recht atmosphärisch ausgefallenen Opener "Enchantment", das durch seine Intensität den Hörer gleich zu Beginn in seinen Bann zieht, während die Klaviereinlagen von "Hallowed Land" in Kombination mit dem treibenden Refrain eindrucksvoll zeigen, dass PARADISE LOST anno 1995 den Spagat zwischen Härte, Melancholie und Atmosphäre glänzend beherrschten. Die erste Single "The Last Time" ist dann etwas enttäuschend ausgefallen, hier fehlt mir persönlich die Tiefe, es wirkt etwas zu locker, zu, na ja, irgendwie oberflächlich...

Davon, also Tiefe, besitzt das von einem Manson-Sample (nein, nicht Marilyn, sondern Charles!) eingeleitete "Forever Failure" umso mehr, sehr schleppend, mit einer Melodie, die vor Melancholie geradezu trieft, dazu Holmes' eindringlicher Gesang und "Once Solemn" ist mit Sicherheit einer der härtesten Brocken, die Holmes und Mackintosh in den vergangenen Jahren geschrieben haben, gehobenes Mid-Tempo, härtere Gitarren, angenehme Abwechslung. Doch keine Angst, mit "Shadowkings" und dem von der Grundstimmung her recht gothischen "Elusive Time" ist die PARADISE LOST-typische Traurigkeit wieder in all ihrer Pracht da.

Während danach "Yearn For Change" irgendwie direkter wirkt und mehr im Mid-Tempo bewegt, versenkt uns "Shades Of God" in purer Melancholie und schickt uns in düstere Träume voller Visionen unsagbarer Traurigkeit, wenn ihr gerade von eurer Freundin verlassen worden seid, hört euch besser nicht diesen Song an, wer weiß was ihr euch sonst noch antut... Ein Meisterwerk in sich... "Hands Of Reason" überzeugt durch seine unwiderstehliche Gitarrenmelodie, bevor "See Your Face" wieder ein bisschen schneller daherkommt und einige Gothic-Elemente mehr in sich trägt. Den Abschluß macht dann "Jaded", das uns wieder in die schleppende Traurigkeit entlässt...

Was "Draconian Times" abgeht sind solche Hits wie "Embers Fire" oder "True Belief" vom "Icon"-Album, dennoch ein saustarkes Album!

Alexander Melzer



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