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(Fast) Ganz neu ist das mittlerweile achte Studioalbum ARIAs, "Khimera" betitelt. Nachdem mir "Generator Zlya" ja nicht so sehr gefallen hatte, hatte ich natürlich gehofft, dass die fünf Russen nun wieder zu ihrer alten Stärke zurückgefunden haben.
Der eröffnende Titeltrack lässt die Hoffnungen dann auch gleich wieder steigen, treibend, sehr dynamisch aufgebaut, mit wieder gewohnt gutem Gesang von Valeri Kipelov, der Anfang ist also schon einmal sehr vielversprechend. Kraftvolles Mid-Tempo, mehr im Rock denn im Metal stehend, wird mit "Nebo Meba Naydem" vorgelegt, aber diese Seite ARIAs kommt ebenso gut herüber wie der flottere Opener, es scheint tatsächlich so als ob die Herren Kipelov, Kholstinin, Dubinin, Terentyev und Manyakin den relativen Ausrutscher "Generator Zlya" wieder ausgebügelt hätten, was das folgende "Ya Ne Soshel S Uma" weiter unterstreicht. Schleppend, aber nicht balladesk, besticht es durch seine sehr gute Melodieführung, auch wenn ein bisschen mehr Crunch in den Gitarren kein Nachteil gewesen wäre, aber man soll sich ja nicht beklagen...
Danach folgt ein weiterer recht ruhiger Song, der aber irgendwie auch nicht als Ballade anzusehen ist, der Titel "Vampir" täuscht doch etwas, heh, musikalisch fühlt man sich hier eher an den Vorgänger erinnert als bei den ersten drei Songs, lässt irgendwie den Schwung vermissen, die Dynamik, kann mich nicht so wirklich überzeugen... Im Gegensatz dazu steht "Goryashchaya Smryela", das stilistisch wieder an die Glanzzeiten anknüpft, treibendes Mid-Tempo mit starkem Bass und von den Melodien her auch etwas an MAIDEN angelehnt, so macht die Sache wieder Spaß! "Shmil" ist dann eine Ballade, zunächst mit Akustikgitarre, Bass, Drums und Gesang, dann kommt noch eine E-Gitarre dazu, und Valeri Kipelov brilliert einmal mehr mit seiner charakteristischen Stimme, starkes Teil, auch wenn in der zweiten Hälfte die Eingängigkeit etwas in den Hintergrund tritt.
"Pum V Nikuda" steht als nächstes auf dem Programm und ist ein guter, wenngleich recht unspektakulärer Mid-Tempo-Rocker, nach dem "Voron" etwas vor sich, äh, hindümpelt, im schleppenden Tempo gehalten, es passiert einfach zu wenig, es werden keine Akzente gesetzt. Weiter im Text: "Oskolok Lda". Durchaus als Ballade zu bezeichnen enthält dieses Lied eigentlich alles was einen Klassesong ausmacht, gute Melodie, intelligenter Aufbau, die richtige Atmosphäre, einfühlsamen Gesang, Daumen nach oben!
Das bedeutet, dass wir "nur" noch "Tebe Dadum Znak" haben, mit seinen beinahe neun Minuten Spielzeit ein Epos für sich. Auch mit eher gemäßigter Härte (wobei man aber durchaus auch die Gitarren krachen lässt!) überzeugt dieser Song durch seinen guten Fluss, sein durchgehend schlüssiges Arrangement, ist halt einfach ein Klassesong!
Ansonsten ist auch alles im grünen Bereich, starkes Cover, sehr gute Produktion, passt alles sehr gut zusammen und muss keine Vergleiche mit westlichen Acts scheuen!
Auf jeden Fall wieder ein Schritt nach vorne, aber dennoch, an die Großtaten "Igra S Ognem", "Krow Za Krow" oder auch "Notch Korotche Dnya" kommt auch "Khimera" nicht heran. Ich mag es nicht am Alter der Herren festmachen, aber mir fehlt etwas die Frische, die ARIA in jener Phase so ausgezeichnet hat. Dass sie das gute Songs schreiben nicht verlernt haben, beweisen sie mehr als nur einmal, aber das ist halt das Problem, wenn man solche Klassiker vorzuweisen hat... Es gilt aber trotzdem: Schlägt immer noch das Gros der heutigen Veröffentlichungen um Längen!
Erhältlich bei Metalglory.
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